Manuelle Lymphdrainage in Bonn: Ablauf und Wirkung
Wie die sanfte physiotherapeutische Technik durchgeführt wird, wann sie verordnet werden kann und weshalb Kompression häufig dazugehört.
Das Lymphsystem beteiligt sich am Flüssigkeitstransport im Gewebe. Nach Operationen, Verletzungen oder bei Erkrankungen des Lymphsystems können Schwellungen entstehen. Die Manuelle Lymphdrainage nutzt besonders sanfte Griffe und wird nach ärztlicher Verordnung als Teil eines abgestimmten Behandlungskonzepts eingesetzt.
Wie wirkt die Manuelle Lymphdrainage?
Durch rhythmische, kreisende und pumpende Handgriffe mit sehr geringem Druck wird die gestaute Flüssigkeit in Richtung der zuständigen Lymphknotenstationen verschoben. Gleichzeitig regt die Behandlung die Aktivität der Lymphgefäße an, sodass diese wieder effektiver arbeiten können.
Die Griffe sind äußerst sanft, da das Lymphsystem direkt unter der Haut liegt. Ein starker Druck, wie bei einer klassischen Massage, würde die feinen Lymphgefäße zusammendrücken und den Abfluss behindern.
Häufige Einsatzgebiete
Die Manuelle Lymphdrainage ist ein Standardverfahren in der Nachsorge vieler operativer Eingriffe und ein wichtiger Baustein der physikalischen Ödemtherapie.
- Nach orthopädischen Eingriffen (z. B. Einsatz eines künstlichen Knie- oder Hüftgelenks)
- Nach Tumoroperationen mit Entfernung von Lymphknoten (z. B. Brustkrebs)
- Nach ärztlich abgeklärten Verletzungen, wenn die Behandlung verordnet wurde
- Bei angeborenen oder chronischen Lymphödemen
- Bei Lipödemen (oft in Kombination mit Kompressionsbandagierung)
Kombination mit der Kompressionstherapie
Um den Erfolg der Entstauung langfristig zu sichern, wird die Manuelle Lymphdrainage bei chronischen Befunden häufig mit einer Kompressionstherapie kombiniert. Durch Bandagierungen oder spezielle Kompressionsstrümpfe wird verhindert, dass sich das Gewebe nach der Behandlung wieder mit Flüssigkeit füllt.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Behandlung?
Je nach ärztlicher Verordnung und dem Umfang des zu behandelnden Körperbereichs dauert eine Sitzung in der Regel zwischen 30, 45 oder 60 Minuten.
Gibt es Gegenanzeigen für die Lymphdrainage?
Bestimmte akute Erkrankungen oder Herz-Kreislauf-Befunde können gegen eine Behandlung sprechen. Deshalb werden Verordnung, Vorerkrankungen und aktuelle Symptome vor Beginn geprüft; bei Unsicherheit ist eine ärztliche Rücksprache erforderlich.